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Aufregende
Bilder der Südsee
Gitarren-Duo Niehusmann zeigt seine Kunst der farbenreich sensiblen
Interpretation
Glanzlichter im Kulturleben leuchten auch auf den Nebenschauplätzen
und gerade da weiß das Auditorium die Schätze sehr
wohl zu erkennen. In die Perlenkette darf sich seit den beiden
Gastspielen im Oberallgäu das Niehusmann Gitarren-Duo einreihen.
Wunderbar die Synthese aus werdienlicher und persönlicher
Interpretation, perfekt die Abstimmung zwischen den beiden Instrumenten,
rein und in schier unendlichen Farben die Klangbilder.
Vielleicht ist es die Partnerschaft über die Musik hinaus,
die Judith und Volker NIehusmann zu einem Ensemble fügt,
das absolut präzise Verzahnung der Stimmen in schwebender
Leichtigkeit möglich macht. Ganz sicher ist es das homogene
Verständnis der Werke, Erhabenheit über spieltechnische
Anforderungen und offensichtliche Freude am Konzertieren. Wenig
klingt hier konstruiert, nach handwerklicher Umsetzung der Notenschriften.
Intuitiven Improvisationen gleich scheint sich das Spiel zu
entfalten. Mit hoher Werktreue, mit feiner Herausarbeitung der
charakteristischen Besonderheiten.
Sylvius Leopold Weiss´ hochbarocke Suite atmet in der
tanzbaren Taktung nach französischem Vorbild spürbar
die italienische Unbeschwertheit, zeigt unverbrämt Eleganz.
Mit Maximo Diego Pujol zeigt das Duo auf, wie der zeitgenössische
Komponist das Erbe von Astor Piazzolla aufnimmt, den Tango weiterführt,
der europäischen Kunstmusik teils dramatisch deutlich annähert.
Ein spannungreicher Dreiteiler, der bei aller Entfernung vom
Wiederentdecker, bei aller Breite der Variation des traditionellen
argentinischen Tanzes die Wurzeln nicht leugnet.
Von den ausdrucksstarken Südseemotiven Paul Gaugins hat
sich Volker Niehusmann inspirieren lassen; Seine berühmten
Gemälde setzt er in Klangbilder um, die jene aufregende
Exotik, die ganz eigenen Farbwelten in aller Klarheit , ja Abstraktion
der Form galant wiedergeben. Entspannende Atmosphäre, das
Gefühl von Lebensfreude und wohliger Wärme auf zwei
Gitarren.
Seine unaufdringliche Präzision und gleichwohl musikalische
Detailtreue spielt das Duo in den Variationen „sulle Folie
di Spagna“ vo Matteo Bevilacqua souverän aus. Der
Ohrwurm der Kunstmusik, in unglaublichen 700 Werken verarbeitet,
besticht neben der Variationskunst durch besinders nuancenreiche
Tempi und gerade noch wahrnehmbaren Verschiebungen der Dynamik.
Und die beherrschen Judith und Volker Niehusmann, wie zuvor
gehört und genossen, beispielhaft. Carullis berühmte
Serenade muss nach solch hochstehender Klangkunst von der Spitze
abrücken.
Ein besonderes Konzert, ein Ereignis, das bei den Hörern
noch lange nachklingen wird.
von Christoph Pfister 22.04.2006 Allgäuer Anzeigeblatt
Oberstaufen / Oberstdorf |
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